2012

Das Ophthalmogramm der Geschichte: Alexander Kluge

Samstag, 9.06, und Sonntag, 10.06., jeweils 18.30h, in Anwesenheit des Regisseurs Marcelo Schuster Lichtblick-Kino, Kastanienallee 77, Berlin-Prenzlauer Berg


Das Ophthalmogramm der Geschichte: Alexander Kluge
Mexiko 2010, 48 min, Regie: Marcelo Schuster, Kamera: Carlos Andrés López, Schnitt: Arvin Avilés, Marcelo Schuster

Es gibt einen Blick, der Bilder zerstört, und einen anderen, der sie einsammelt , sagt Alexander Kluge.
Die Dekonstruktion – sammeln und zerstören – verlangt nach einer Technik der Film-Montage, nicht nur als Kritik des Bildes – die Vermutung einer falschen Kontinuität des Historismus“ –, sondern auch als eine Erschütterung seiner Bindeglieder, eine Übung der Diskontinuität in den Zwischenräumen, in eben den Leerstellen, an denen der Blick sich durch die Phantasie verführen lässt.
Wie lassen sich die Sprünge der Geschichte mit Hilfe der Technik des Films erzählen? Wie den Fluch austreiben, der als verfluchte Geschichtedie moderne Zivilisation bedrückt – dasjenige, was Max Horkheimer und Theodor Adorno die mythische Dialektik der Aufklärung nannten?