2009

Chronik der Gefühle

Ein Hörspielprojekt in 14 Teilen vom 20. September 2009 bis 20. Dezember 2009 in Bayern 2. Jede Folge können Sie eine Woche nach der Ursendung im 7 Tage Archiv nachhören.


Im Jahr 2000 erschien bei Suhrkamp Kluges Chronik der Gefühle, zwei Bände – Basisgeschichten und Lebensläufe: über 2000 Seiten, sämtliche veröffentlichte Erzählungen seit 1962.

"Die Gefühle sind die wahren Einwohner der menschlichen Lebensläufe", heißt es im Vorwort: "Was haben wir von 1945 über die Spiegel-Krise 1962, den Aufbruch von 1968, den Herbst 1977, den Beinahe-Dritten-Weltkrieg von 1981 bis 1984, über Techno, die Wiedervereinigung nicht alles an Scheinveränderung und realen Metamorphosen erlebt (und das Gefühl, das länger empfindet, fügt Ereignisse von bis zu 6.000 Jahren hinzu)! Und zugleich verändert sich das menschliche Lebewesen so wenig. Die Bibliothek von Alexandria brennt für mich noch heute."

In Kluges Erzählungen verweben sich Zeitgeschichte und die
Erlebnisse Einzelner, Dokumentarisches und Fiktion gehen als Faction in eine neue Kategorie über – und alle Irrtümer und Tugenden der Menschheit erzählt die Oper. Geschichte wird so facettenreich beschrieben, bis die Möglichkeit aufblitzt, dass die Katastrophe nicht eintritt.

Das Hörspiel folgt der Struktur der Chronik. Jedem Teil steht ein Minutensong voran, in dem ein Kluge-Zitat zu Techno, Electro oder Pop verarbeitet wurde. Im Kontrast dazu ziehen sich Klangeinheiten aus Wagners Götterdämmerung durch das Hörspiel. Alexander Kluge wirkt als Sprecher mit und reflektiert seine Geschichten.

Alexander Kluge: Chronik der Gefühle

BR 2009, 14 Teile, ca. 12 Stunden

Mit Alexander Kluge, Hanns Zischler, Wolfgang Hinze, Hannelore Hoger, Johannes Herrschmann, Peter Fricke, Monika Manz, Ilja Richter, Nico Holonics, Christian Friedel, Helmut Stange, Sandra Hüller, Elfriede Jelinek, Joseph Vogl, Christoph Schlingensief, Wim Wenders, Romuald Karmakar, Volker Schlöndorff

Musik von David Grubbs, Abe Duque, Die Türen, Lali Puna, Schorsch Kamerun, Lydia Daher, Gustav, Asio Kids, Elliott Sharp, Susanne Brokesch, Bananafishbones, MUNK, Michaela Melián, Woog Riots, Solisten des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks

Bearbeitung und Regie: Karl Bruckmaier