2007

Regisseure des Neuen Deutschen Films - Alexander Kluge


Alexander Kluge ist einer der wenigen noch wirklich universell zu nennenden Geister in Deutschland: Jurist, Schriftsteller, Filmemacher, Philosoph, Kunsthistoriker, Medienpolitiker – kurz einer, der mit wachen Augen durch die Welt geht und sich weigert, diese Welt nur von einem einzigen Standpunkt aus zu betrachten.

Künstlerisch will sich Kluge vor allem als Chronist und Interpret verstanden wissen. Er selber bezeichnet sich in diesem Filmessay als „ehrlichen literarischen Buchhalter“, der die deutsche Geschichte immer aufs Neue daraufhin überprüft, ob die unseligen Entwicklungen denn auch wirklich zwangsläufig so haben ablaufen müssen wie sie es nun einmal getan haben.

Eigentlich ein klares und überschaubares Programm. Gleichwohl gelten die Bücher und ganz besonders die Filme Alexander Kluges als schwierig, weil sie der gewohnten Erzählhaltung nicht entsprechen.

Von „Abschied von Gestern“ über „Macht der Gefühle“ (um nur die bekanntesten Filme zu nennen) hat Kluge mit der ihm eigenen Montagetechnik, die seine Filme so unverwechselbar, aber eben auch so widerborstig macht, die Eigenschaften und Tugenden der Menschen in ganz bestimmten Situationen untersucht; er hat die Realität an den Wünschen gemessen und die Energie der Menschen an und in der Historie getestet.

Der Filmessay von Peter Buchka versucht diese Strukturen freizulegen, indem er den angeblichen Wirrwarr von Kluges virtuoser dialektischer Denkweise auf die bestimmenden Elemente beschränkt. Dabei ergibt sich, dass Kluge sehr wohl ein ganz klar gegliedertes Gedankengebäude errichtet hat, das lediglich durch die grandiose und schier unerschöpfliche Überfülle der Fakten und Belege den Anschein eines Labyrinths erweckt.

  • Regisseur(e): Peter Buchka
  • Produzenten: Jörg Bundschuh
  • Sprache: Deutsch
  • Region: Region 2
  • FSK: Freigegeben ab 12 Jahren
  • Studio: KICK Film GmbH
  • Spieldauer: 60 Minuten
  • DVD-Features:
  • ASIN: B000N99A4U

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