2011 Von: Alexander Kluge

Das Bohren harter Bretter

133 politische Geschichten Mit einem Gastbeitrag von Reinhard Jirgl


Von Max Weber stammt der berühmte Satz, die Politik sei »ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich«. Von ihm ausgehend, untersucht Kluge in 133 Geschichten jene Werkzeuge, die politisch agierenden Menschen im harten Kampf um die Macht zur Verfügung stehen. Für intelligente Zähigkeit als Voraussetzung politischer Veränderung ist Max Webers Bohrer gewiß ein geeignetes Bild. Was ist aber ein Hammer im politischen Geschäft? Was heißt ›Feingriff‹? Und zuletzt führen alle Fragen auf die eine: Was ist dieses ›Politische‹ überhaupt?

Inmitten der aufgeregten Debatten über Stuttgart 21 und Sarrazin behält Kluge kühlen Kopf. Ihn als Literaten interessiert die Frage: »Wie erzählt man davon?« Politik, sagt er, ist ein besonderer Aggregatzustand alltäglicher Gefühle. Sie ist überall. Sie bewegt private Lebensläufe ebenso wie die Öffentlichkeit. Und so behaupten sich in seiner Geschichte neben den Großen auch die Kleinen, Unbekannten, fast Namenlosen: Elfriede Eilers neben Perikles und Putin und die in 700 Meter Tiefe versunkenen chilenischen Bergleute neben Napoleon, Obama und Angela Merkel, der »Kanzlerin am falschen Ort«.

Aus dem Inhalt
»Der destruktive Charakter ist jung und heiter« – »Kollateralschäden des Charismas« – »Der politische Nackenbiß« – »Der oberste Rechnungsprüfer der Volksrepublik China« – »Schwarmintelligenz in Duisburg« – »Sind Wölfe gutmütig?«

D: 24,90 €
A: 25,60 €
CH: 37,90 sFr

Erschienen: 14.03.2011
Gebunden, 336 Seiten
ISBN: 978-3-518-42219-9
Verlag: Suhrkamp

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